🎧 In Podcastfolge #18 mit Samira El Ouassil, sprechen wir bei Minute 28 über das #Hochstaplersyndrom. Ich erkläre, wieso jede/r, der/die denkt, dass sie ein Hochstapler:in sei, dies nicht sein kann….”

Ich kenne das Gefühl selber aber nur zu gut. Meine Klient:innen kennen es und  überhaupt: es ist in aller Munde. Aber nicht immer bekömmlich bzw. einige Dinge stimmen einfach nicht.  Auch im Podcast gibt es eine häufige, aber falsche Annahme. Ich wollte dem auf den Grund gehen, um besser behilflich sein zu können. Denn falsche Definitionen führen zu falschen Lösungen.

Die Imposter-Serie

1️⃣ Was ist das Impostor-Syndrom und wie wurde es entdeckt?
2️⃣ Welche Auswirkungen hat das Imposter-Syndrom auf die Betroffenen?
3️⃣ Sind Frauen häufiger vom Imposter-Syndrom betroffen?
4️⃣ Welche Kritik gibt es am Impostor-Syndrom?
5️⃣ Was dir wirklich hilft?
6️⃣ Was du zusätzlich tun kannst?

Sind Frauen häufiger vom Imposter-Syndrom betroffen?

Es gibt aktuell keine eindeutige empirische Antwort dazu. Was gesicherter ist, dass beide Geschlechter es kennen. Wieso es in der Wahrnehmung Frauen evtl. öfter haben, mag damit zusammenhängen, dass sie mehr darüber sprechen. Männer es aus Angst davor Schwäche zuzugeben, lieber für sich behalten. In meiner Arbeit, was natürlich ein minimaler Ausschnitt ist, nehme ich keinen Unterschied wahr.

Eine Umfrage unter 4.000 britischen Erwachsenen ergab, dass 53 Prozent der Frauen von Imposter-Gefühlen betroffen waren, im Vergleich zu einer Mehrheit der Männer, die angaben, sich nur im Arbeitskontext als Hochstapler zu fühlen. Über die Hälfte der Männer (54%) gaben an, sich nie so gefühlt zu haben​​. (zur Quelle)

Eine Literaturübersicht aus dem Jahr 2019 fand 16 Artikel, die Geschlechterunterschiede in den Raten des Impostersyndroms beobachteten, während 17 andere keine solchen Unterschiede feststellten. Dies deutet darauf hin, dass die Frage der Geschlechterunterschiede im Impostersyndrom nach wie vor umstritten ist und weiterer Forschung bedarf. (zur Quelle)

Wie verhält es sich mit Minderheiten?

Gleichzeitig ist es aber wichtig ein Augenmerk auf Minderheiten zu legen, die davon aus mehreren Gründen stärker betroffen sein können. Es gibt verschiedene Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Auftreten des Impostersyndroms und Minderheiten untersucht haben:

Welche Rolle spielen gesellschaftliche, organisationale und soziale Einflüsse?

Eine Studie von Feenstra und Kollegen (2020) hebt die Bedeutung von gesellschaftlichen, organisationalen und sozialen Einflüssen auf Impostor-Gefühle hervor. Sie betont, dass ethnische Minderheiten aufgrund von negativen Stereotypen, wie geringerer Intelligenz oder unterdurchschnittlichen Leistungen, häufiger Impostor-Gefühle entwickeln könnten. Studien zeigten, dass Studierende, die aufgrund ihrer Herkunft diskriminiert wurden, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Impostor-Gefühle entwickelten​​ (zur Quelle).

Welche Rolle spielt die Umgebung?

Eine weitere Studie untersuchte das Impostersyndrom unter Medizinstudierenden, die in der Medizin unterrepräsentiert sind (UiM). Hierbei wurden Unterschiede im Impostersyndrom zwischen UiM- und nicht-UiM-Studierenden an einer vorwiegend weißen Institution (PWI) und an historisch schwarzen Hochschulen/Universitäten (HBCUs) untersucht. Diese Studie zeigte, dass das Impostersyndrom durch Geschlecht, UiM-Status sowie Umgebungskontext beeinflusst wird. Besonders UiM-Studenten an PWIs waren häufiger von intensiven Impostor-Gefühlen betroffen als ihre Pendants an HBCUs​​ (zur Quelle).

Wie verhält es sich mit Minderheiten?

Eine systematische Übersichtsarbeit ergab, dass das Impostersyndrom unter afrikanisch-, asiatisch- und lateinamerikanischen College-Studenten verbreitet ist und signifikant negativ mit psychischem Wohlbefinden, Depression und Angst verbunden ist. Es wurde festgestellt, dass mehrere Faktoren Minderheitenstudenten zu erhöhtem psychologischen Stress während ihrer Bildungserfahrung prädisponieren könnten, darunter mangelnde finanzielle Unterstützung, Rassendiskriminierung und das Erstmaligsein in ihrer Familie, die eine höhere Bildung anstreben. Interessanterweise waren in einer Studie Impostor-Gefühle stärkere Prädiktoren für beeinträchtigte psychische Gesundheit als der Stress aufgrund des Minderheitenstatus des Individuums​. (zur Quelle)

Fazit

Es scheinen also verschiedene Einflussfaktoren eine Rolle zu spielen und ganz klar auch die äusseren Umstände. Das ist aus meiner Sicht ganz wichtig zu verstehen, damit gerade in Unternehmen nicht nur der Fehler bei der einzelnen Person gesucht wird. Es kommt hinzu, dass laut Überblicksartikeln, kennen 70% das Imposter-feeling. Kritiker sagen entsprechend, wenn mehr als 2/3 das Phänomen kennen, ist es evtl. nicht hilfreich. Denn so wird eine normale menschliche Erfahrung als psychologische Störung benannt. Also lohnt es sich kritisch auf das Konzept mal zu schauen. Der nächste Beitrag kümmert sich genau darum. (Quelle: Sakulku, J. (2011). The Impostor Phenomenon. The Journal of Behavioral Science6(1), 75–97. https://doi.org/10.14456/ijbs.2011.6)

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Photo: erstellt mit AI