Allgemein

Klopfen wirkt gegen Angst und Ekel – erste Hirnscan – Studie

By 2. März 2021 No Comments

Der Sohn von meinem Freund weint bitterlich. Er hat einen Ball nicht gesehen. Der weiche Gummiball kam auf ihn zugeflogen und traf ihn voll am Kopf. Ob es tatsächlich weh getan hat oder doch nur ein Erschrecken gewesen ist? Mein Freund ist sofort zur Stelle. Nimmt seinen Sohn auf den Arm, streichelt ihn, klopft rythmisch auf den Rücken und spricht mit ihm in hohen, tiefen und wohlwollenden Tönen. Dabei schaut er ihn immer wieder zuversichtlich und sicher an. Warum und wie wirken die verschiedenen Techniken so gut, wenn wir Angst haben? Ich schaue hier in die aktuelle Forschung und die hat es in sich.

Einmaliges Klopfen reicht aus, um Angst zu reduzieren.

Körpertechniken wie Klopf- und Augenbewegungstechniken, besondere Atemtechniken haben eine zentrale Rolle in meiner Arbeit. Auch, wenn wir den Fokus nicht zu sehr auf Techniken legen sollten, da im Coaching mehr wirkt als eine reine Technik, finde ich es deswegen spannend, weil es Menschen einen Ansatz bietet, etwas auszuprobieren. Nichts desto trotz ist es spannend in die Forschung zu schauen, um genauer zu verstehen, was und wie das Klopfen bei Druck, Lampenfieber, Angst und Panik wirkt. Jetzt kam eine erste Hirnscan-Studie in BMC Neurosicence dazu heraus. Diese konnte zeigen, dass das sich selbst beklopfen, während man Angst oder Ekel empfindet auf körperlicher Ebene die Angst und Ekel reduziert. Und das obwohl keiner wusste, warum man das macht.

Was hat man untersucht?

Als erstes wurden Menschen in ein MRT gelegt und bekamen Bilder gezeigt, die entweder neutral, Angst oder Ekel auslösen. Die Probanden schätzen ein, wie negativ sich diese Bilder auf sie auswirken. Nachdem sie aus dem Scanner herausgeholt wurden, wurden die Probanden von einer weiteren Person angeleitet auf 16 Körperpunkten zu klopfen, während sie an das Bild denken, was am meisten Ekel oder Angst ausgelöst hat.

Daraufhin wurden die Versuchsperson wieder in den Scanner gelegt und bekamen wieder Bilder gezeigt. Damit der Hirnscanner gute Bilder machen konnte, sollten die Versuchspersonen sich jetzt nur vorstellen auf ihren Lieblingspunkten zu klopfen. Und das vielleicht verblüffende: auch das hat funktioniert.

Was ist das besondere?

Die Versuchspersonen konnten durch reine Vorstellung ihre empfundene Angst und Ekel reduzierend. Das besondere daran war, dass weder die Versuchspersonen, noch die Person, die das Klopfen gezeigt wussten, welche Funktion das Klopfen überhaupt übernimmt. Was man dann sehen konnte ist besonders, da das Klopfen dazu führt, dass auf Eben der Amygdala eine Verarbeitung stattfindet. Also auf körperlicher Ebene eine Regulation stattfindet. Das Klopftechniken eine enorme Wirkung und Geschwindigkeit haben ist auch aus weiteren Studien zur Traumataverarbeitung bekannt. Dort konnten zum Beispiel Veteranten innerhalb von sechs Einheiten (zu 60 Minuten) die Folgeerscheinungen (Schmerz, Schlafentzug, Angst etc.) fast vollständig reduzieren. Das ist im Vergleich zu anderen Therapieansätzen Lichtgeschwindigkeit. Im nächsten Artikel werde ich über diese Studie berichten.

Wenn Du Dich dafür interessierst, welche Techniken Du für Dich nutzen kannst, mache hier  (Klicken um zum Kalender zu kommen) direkt einen für Dich passenden Termin mit mir aus oder schreibe mir einfach.

 

    Boris Beimann wird Ihre personenbezogenen Daten nur in Übereinstimmung mit der Datenschutzerklärung verarbeiten. Mit dem Absenden des Formulars erkläre ich mich damit einverstanden, dass meine personenbezogenen Daten, die ich über das Kontaktformular mitteile, für den oben beschriebenen Zweck verarbeitet.